2013, das Jahr der Fehler – der späteste Jahresrückblick der Gründerszene.

2013, das Jahr der Fehler – der späteste Jahresrückblick der Gründerszene.

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2013, das Jahr der Fehler – 2014 wird alles besser. 

Wie jedes Jahr, habe ich mich auch dieses Mal am Ende des Jahres wieder hingesetzt und Bilanz gezogen. Was war gut, was war nicht so gut und vor allem, was habe ich für mich in diesem Jahr gelernt. Außerdem habe ich mir darüber Gedanken gemacht, was ich im nächsten Jahr anders machen möchte. Diese Gedanken möchte ich hier mit Dir teilen.

Für mich hat sich in diesem Jahr vieles geändert. Ich bin zwei Mal umgezogen, bin einige Male gereist, habe ein neues Business gestartet, welches mir sehr gut gefällt, habe einige Ideen getestet und wieder verworfen, habe mit ein paar Ideen ein wenig Geld verdient und sie wieder verworfen, habe einiges richtig und sehr vieles falsch gemacht.

Mein persönliches Fazit fällt, vor allem aufgrund der Fehler, sehr positiv aus.

So weiß ich wo ich ansetzen kann, um das nächste Jahr (noch) erfolgreicher zu machen.

Meine 7 Haupt-Learnings:

1. Get a Team

In diesem Jahr habe ich zum ersten Mal versucht etwas wirklich alleine zu machen. Gegen Ende des Jahres habe ich die größte dänische Online-Casting-Plattform nach Deutschland gebracht. Ich habe den Gründer kennengelernt und wir haben den Deal gemacht, dass er mir die Plattform zur Verfügung stellt und ich ansonsten komplett freie Hand habe.

Was sich zuerst wie ein super Deal anhört, hat für mich dennoch ein paar Probleme hervorgerufen.

Ich darf machen was ich will, kann das Marketing frei wählen, darf verrückte Dinge machen etc. Die andere Seite jedoch ist, dass ich das auch alles machen muss. Ich habe niemanden, mit dem ich meine Pläne beraten kann. Niemanden, der mir in den Hintern tritt, wenn ich nicht so motiviert bin.Niemanden, der meinen Enthusiasmus und meine Sorgen teilt.

Das war und ist gar nicht so einfach zu stemmen und inzwischen habe ich einen ersten Interessenten gefunden, der sich vorstellen kann, an dem Projekt mitzuarbeiten.

2. Mache nicht alles selbst

Als starker Verfechter des No-Budget-Marketings ist dieses Learning ein sehr großes für mich. Eine der großen Herausforderungen für mich war und ist es Profile auf die Seite zu bekommen. Natürlich macht es dafür Sinn, Blogmarketing, PR etc. zu machen. Das kostet mich allerdings Zeit, die ich sonst auch sinnvoll für andere Dinge einsetzen kann. Zudem sind das zunächst einmalige Aktionen.

Also habe ich zum ersten Mal nach Möglichkeiten gesucht für kleine Geldbeträge nachhaltige Wege aufzubauen täglich Profile auf die Seite zu bekommen. Damit bin ich noch längst nicht am Ende und ich werde mit Sicherheit noch dazu lernen, aber ich bin mit Aufwand und Ertrag bisher sehr zufrieden.

Das würde ich allerdings nicht machen, solange ich nicht weiß, ob eine Idee funktioniert.

Eine andere Möglichkeit ist das Einstellen von Mitarbeitern. Auch hier habe ich noch längst nicht das Ende erreicht, aber ich habe für mich Schlüsse gezogen. Es gibt immer Leute, die Dinge genau so gut können wie Du. Wenn diese Leute weniger kosten, als das was Du sonst in der Zeit verdienen könntest, dann suche Dir diese Leute. Gib ihnen die Aufgaben ab und konzentriere Dich auf das, was Dein Business wirklich voran bringt.

Überlege Dir einmal, ob Du Rechnungen selbst schreiben musst, ob Du Recherchelisten selbst erstellen musst und ob Du wirklich jede Mail selbst beantworten musst. Ich denke häufig ist die Antwort „nein“.

3. Fokus, Fokus, Fokus

Wie auch viele andere Menschen, habe ich die Tendenz zu viele Dinge auf einmal zu machen. So habe ich teilweise an einem Tag an fünf verschiedenen Sachen gearbeitet. Das mag abwechslungsreich sein, aber leider nicht sehr produktiv. So bin ich von einem Projekt zum andern gehüpft, musste mich immer wieder neu reindenken und habe viel Zeit verloren.

Daraus habe ich dann meine Schlüsse gezogen und die Arbeit an ein paar Sachen beendet. Gleichzeitig habe ich eine große Ineffizienz innerhalb der anderen Projekte entdeckt und habe diese auch neu fokussiert. Dabei habe mir Gedanken gemacht, was gerade wirklich wichtig ist und was das Projekt voran bringt. Daran gilt es zu arbeiten und nicht an den fünf anderen Möglichkeiten, die auch nett wären. Alles momentan unnötige habe ich dann rausgeschmissen und mich nur auf die Kern fokussiert. Alles Andere kann ich später immer noch machen, wenn es mal wichtig wird.

4. Lege die Grundregeln der Zusammenarbeit früh fest

Wenn Du in einem Team arbeitest, solltest Du von Anfang an die Grundregeln festlegen.

Was sind die Ziele des Einzelnen mit dem Projekt? Was erhofft sich jeder Einzelne? Warum arbeitet er an diesem Projekt? Ist es Geld, Macht, Spaß oder etwas Anderes? Wo wollt ihr gemeinsam hin?

Könnt ihr diese Fragen nicht gemeinsam beantworten, dann wird es mit einer Zusammenarbeit schwer. Ohne eine gemeinsame Vision wirst Du mit Deinem Team immer wieder in Grunddiskussionen verfallen.

Außerdem sollte man sich auch bei Gehalt und Anteilen von Anfang an einig sein. Natürlich kann das Team das mit der Zeit noch anpassen, eine Grundlage vorher macht allerdings absolut Sinn. Wenn Du das am Anfang verpasst, kann es passieren, dass Du jeden Monat wieder darüber sprichst, weil etwas unklar ist! Einmal ein gesundes Grundgerüst und alles Andere wird deutlich leichter.

5. Ein gesunder Geist, ein gesunder Körper, ein florierendes Business

Neben dem Arbeiten hatte ich in diesem Jahr noch andere Erkenntnisse. So habe ich mich zum ersten Mal intensiv mit Ernährung auseinander gesetzt und habe so hart Sport gemacht, wie seit vielen Jahren nicht mehr.

Ich habe schon vorher gesund gegessen und Weißbrot, Zucker etc. standen in der Regel sowieso nicht auf meinem Speiseplan. Trotzdem habe ich noch einmal einen großen Unterschied gespürt. Ein gesundes Frühstück und ich bin direkt wach und fit. Ein gutes leichtes Mittagessen und ich habe kein Mittagtief und ein gutes Abendessen und ich bin Abends zwei Stunden länger fit.

Das in Kombination mit regelmäßigem und hartem Sport (das kann laufen gehen, schwimmen, Krafttraining oder Yoga sein) und der Tag sieht auf einmal ganz anders aus. Ich hatte auf einmal bessere Laune, mehr Zeit zum Arbeiten, habe effektiver gearbeitet und es ging mir einfach gut. So habe ich in der Regel deutlich mehr geschafft und war dadurch natürlich auch viel zufriedener.

6. Lerne und Hole Dir Hilfe

Ich hatte immer einen Horror vor ein paar Dingen. Ich habe diese einfach nicht verstanden.

So war zum Beispiel das Bauen von Websites lange ein schwarzes Loch für mich. Die ganzen Tags, der Aufbau etc. waren für mich so unzugänglich, dass ich aufgegeben habe, bevor ich es überhaupt versucht habe. So habe ich mir immer Hilfe holen müssen, wenn ich die kleinsten Dinge an einer Seite ändern wollte oder eine neue Seite bauen wollte. Das hat jedes Mal viel Zeit und teilweise ein bisschen Geld gekostet.

Irgendwann hat sich ein Freund von mir freundlicherweise einmal ein paar Stunden genommen und mir die Grundstruktur gezeigt. Welche Tags brauche ich wirklich, was bringt mir CSS etc. Das ging echt schnell und nachdem die Grundlage gelegt war, konnte ich mir den Rest von selbst aneignen.

Auch heute kann ich noch keine wunderschöne Seite selbst bauen, aber ich kann ein Template kaufen und es so anpassen, dass es das tut, was ich möchte und ordentlich aussieht.

Wenn Du also etwas nicht verstehst, lass es Dir einmal gut erklären und setze es direkt um. So verliert es seinen Schrecken und Du wirst ganz anders mit der Sache umgehen.

Auch Youtube hilft mir dabei sehr. Dort gibt es hervorragende Einsteigervideos zu fast allen Themen.

7. Dein Geist ist Deine stärkste Waffe – nutze ihn.

Ich bin bereits vor ein paar Jahren über den Begriff „Auto-Suggestion“ gestolpert. Bis vor kurzem habe ich seinen Wert jedoch nicht komplett erkannt. Auto-Suggestion ermöglich Dir ein Ziel so im Kopf zu verankern, dass Du so lange in eine Richtung rennst, bis Du da bist.

Das heißt die Motivation musst Du Dir nicht Tag für Tag erarbeiten, sondern sie ist ein tiefes Verlangen in Dir drinnen. Es ist oft zu leicht auf halbem Wege aufzugeben. Setzt Dir klare Ziele und renne so lange mit dem Kopf gegen die Wand, bis Du da bist! Ein sehr gutes Buch dazu, welches ich sehr empfehlen kann ist: Think and Grow Rich von Napoleon Hill.

Das Buch hilft Dir allerdings nur, wenn Du wirklich bereit bist, dem eine Chance zu geben!

Ich hoffe durch die Learnings in diesem Jahr, werde ich im nächsten Jahr einiges besser machen und dass Du durch diesen Beitrag meine Fehler nicht wiederholen musst bzw. aus meinen Erfahrungen lernen kannst.

Auf ein erfolgreiches 2014!

2013 jahresrückblick kalle

 

Bilder: peasap und jurvetson

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