100 % gute Geschäftsidee testen: Verkaufe Dein Produkt zuerst!

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100 % gute Geschäftsidee

Eine Geschäftsidee testen? – Wir sind geborene Verkäufer!

Klar, Verkäufer sind schmierige Leute, die mir ein Produkt verkaufen wollen, das ich eigentlich gar nicht brauche – so weit das Vorurteil und der Glaubenssatz in der Gesellschaft.

Verkaufen ist nach wie vor ein heikles Thema – dabei verkaufen wir in nahezu allen Situationen unseres Lebens. Wir verkaufen, wenn wir auf einer Party sind und dort in den Raum kommen und Menschen kennenlernen wollen. Wir stellen uns dar und möchten natürlich, dass Menschen Interesse an uns haben. Also stellen wir uns möglichst interessant dar. Wir verkaufen uns selbst.

Gleiches gilt für das Vorstellungsgespräch: Ich möchte mein Gegenüber davon überzeugen, dass ich der Richtige für den Job oder die Uni bin. Ich verkaufe ihm, dass ich genau diese Person bin, nach der er sucht. (Natürlich macht es keinen Sinn, sich zu verstellen, es geht mir vielmehr darum, sich selbst möglichst gut zu präsentieren.)

In nahezu allen Situationen, in denen wir etwas bekommen wollen, verkaufen wir. Wir sind geborene Verkäufer. Nur wer das akzeptiert, kann erfolgreich beeinflussen, wie gut er Menschen inspirieren und (positiv) beeinflussen kann.

Ich würde mich noch nicht als Verkaufs-Profi bezeichnen; aber ich werde jeden Tag besser. Denn ich habe erkannt, dass ich zwar immer wieder an meinem Produkt oder meinem Service arbeiten kann, damit aber kein Geld verdiene, solange ich das Produkt nicht auch verkaufe.

Bei einem meiner „ChallengeYourself“-Workshops ist mir genau das passiert. Ich wollte den Inhalt, das Konzept und die Website  immer besser machen, hatte aber am Ende kaum Verkäufe. Ich dachte: „Das ist noch nicht perfekt, das könnte ich noch besser machen.“ Die Wochen vergingen, ohne dass sich Menschen anmeldeten. Dabei war ich davon überzeugt, dass unser Angebot gut ist – aber eben noch nicht perfekt genug.

Nun, ich habe einen Workshop mit zwei Teilnehmern gegeben. Der Workshop war hervorragend und ich hatte zum ersten Mal das Gefühl, dass ich das Leben zweier Menschen wirklich zum Positiven verändert habe. Und auch dieses Mal habe ich Dinge gelernt, die ich beim nächsten Mal noch besser machen kann. So wird es wohl immer sein.

Was ich daraus gelernt habe: Ich werde nicht wieder den Fehler machen, nur an meinem Produkt zu arbeiten und es immer besser machen zu wollen. Denn damit tue ich mir am Ende keinen Gefallen, denn unter Umständen weiß ich gar nicht, ob das was ich „verbessere“, auch wirklich bei meiner Zielgruppe „besser“ ankommt. Durch den Verkauf von zwei Plätzen in meinem Workshop habe ich wertvolles Feedback erhalten, das ich anwenden werde. Mit diesem Feedback im Rücken wird es mir viel leichter fallen zu verkaufen, weil ich ganz genau weiß, was meine Zielgruppe kaufen möchte. Den besten Test einer Geschäftsidee kann ich machen, wenn ich versuche mein Produkt zu verkaufen.

Der Ritterschlag für eine gute Geschäftsidee – verkaufe Dein Produkt zuerst

gute geschäftsideen

Was bedeutet das ganze nun für Dich, wenn Du z.B. gerade auf der Suche nach einer Geschäftsidee bist oder Deine Geschäftsidee gerne testen würdest.

Viele Menschen machen den Fehler, dass sie sich zuerst endlos lange mit den Rahmenbedingungen beschäftigen. Erst muss die Unternehmensform gefunden werden, eine (perfekte) Website erstellt, Visitenkarten gedruckt und dann noch das Produkt perfektioniert werden. Auch ich bin davor nicht gefeit und habe es auch immer noch nicht geschafft, meinen eigenen Blog zu launchen. Nun habe ich mir jedoch endlich eine Deadline gesetzt und diese auch nach außen kommuniziert.

Bei den IdeaCamps ist es stets unser Mantra,  so früh wie möglich mit Deinem (noch nicht) existierenden Produkt rauszugehen und es der Welt zu präsentieren. Ja genau, im Endeffekt sollst Du ein Produkt anbieten, dass Du noch nicht entwickelt hast. Erst verkaufen, dann entwickeln!

Warum macht das Sinn?

Was ist, wenn Du Tage, Wochen, Monate, ja Jahre in ein Produkt steckst und dann merkst, dass niemand Dein Produkt kaufen möchte?

Wie wäre es stattdessen, wenn Du mit Deinem Produkt schon vor seiner Herstellung Geld verdienen könntest? Wenn Du schon Vorbestellungen bekommen könntest? Wenn Du wertvolles Feedback bekommen könntest, um Dein Produkt zu optimieren?

Hier mein Vorschlag, der wieder ganz präsent wurde in meinem Kopf, nachdem ich ein grandioses Video von Matthew Hussey gesehen habe (das Video habe ich unten angefügt, keine Angst, Du kannst erst in Ruhe zu Ende lesen).

Wie Du Dein Produkt erfolgreich verkaufst – noch bevor Du es besitzt

  • Überlege Dir, wie Du Dein Produkt mit minimalem Aufwand präsentieren kannst. Das kann eine Präsentation sein, eine Website, ein 3D-Modell. Der 3D-Druck bietet großartige Möglichkeiten, mit wenig Geld einen Prototypen zu bauen.
  • Baue Dein Modell, die Website oder was auch immer Du brauchst, um rauszugehen. Halte Dich an das Lean Startup-Prinzip.
  • Verkaufe Dein Produkt. Ja, genau, versuche wirklich es zu verkaufen. Sammle Feedback und erstelle eine Liste der potentiellen Käufer mit E-Mail-Adressen und der Handynummer.  

Trete an Menschen heran mit dem Ziel, Dein Produkt zu verkaufen. Und wenn sie nicht kaufen möchten, dann frage sie nach den Gründen dafür – so sammelst Du Feedback und kannst Deinen „Pitch“ weiterentwickeln. Vielleicht findest Du sogar heraus, dass Du ein ganz anderes Produkt viel besser verkaufen könntest.

Und hier das Video von Matthew Hussey – auf das Thema geht er vor allem in den ersten 30 Minuten ein – aber auch den Rest des Videos kann ich nur empfehlen.

Bilder:  szeke und Jeff Kubina

9 KOMMENTARE

  1. Sehr cooler Artikel :)
    Das Problem ist meistens emotional. Wir wollen unsere Idee, in die wir so viel Energie gesteckt haben und in die wir eine so große Erwartung haben, nicht scheitern sehen. Deswegen verzögern wir den „Realitäts check“ gerne mal.

    Wer hat dir das Video empfohlen? 😛 Wait a Moment …. it was me .. hahaha 😀 Und schön das es dir gefallen hat … Hast due das zweite schon angeschaut (bzw das erste)?

    Cheers
    Max

    • Hey Max!

      Stimmt – ich glaube deshalb fällt es uns auch manchmal so schwer eine Idee, die einfach nicht funktioniert oder für die die Zeit noch nicht reif ist fallen zu lassen.

      Hehe, und danke für den Tipp, habe das Video verschlungen 😉

  2. Hallo Ben,
    Schöner Artikel. Das hat mich eben an „the foundation“ erinnert. Die gehen dort noch ein Stück weiter. Die entwickeln noch nicht mal einen Prototypen. Sondern die haben die Software (es funktioniert nur mit Software/Apps/Websites) nur auf dem Papier. Dafür machen sie eine schöne Broschüre mit diversen Infos und verkaufen das Ding bevor es besteht.
    Mit dem Geld wird das Ding dann entwickelt. Ist absolut faszinierend.

    • Hey Tori!

      Ja, auf die bin ich auch vor kurzem durch Thomas gestoßen. Ist in der Tat super spannend. Und die von The Foundation sind da denke ich auf einem ganz guten Weg 😉

      • Hallo Ben,
        Auf einem guten Weg sind sie auf jeden Fall. Zwischendurch „verkaufen“ sie die Sache wohl als etwas „zu einfach“. Aber die Idee dahinter fasziniert mich persönlich sehr. Was auch immer ich in Zukunft starten werde, ich werde versuchen die Idee zuvor schon zu verkaufen. Das ist der beste Test, um zu sehen, ob man ein gutes Produkt hat.

        • Hey Tori!

          Ja, das mag sein, dass sie die Sache als „zu einfach“ verkaufen. Das ist vllt so ein wenig der Ami-Style 😉 Prinzipiell ist das aber auch gut, denn nur dann bist Du auch motiviert wirklich etwas zu machen, oder? Also dann, wenn du es als „möglich“ ansiehst.

  3. Hallo Ben,
    Ich bin ein, am laufenden Band, Ideenproduzierer.
    Die Möglichkeit eine Idee schon vor Gebrauchsmuster- oder Patentrecherche zu testen finde ich gut.
    Von der Kauzahnbürste über ein Formendes Pflaster, das den Busen liftet (www.shapetape.de) ist so ziemlich alles dabei.
    Leider hab ich es bisher noch nicht geschafft tatsächlich damit langfristig, Geld zu generieren.
    Ich suche immer nach dem goldenen Ritter der die Genialität meiner Ideen erkennt, dafür auch Geld zahlt und die Idee dann erfolgreich vermarktet. Janz schön naiv wa?
    Schnecke12

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