tamyca – Die erste „Peer-to-peer Carsharing“-Plattform in Deutschland

tamyca – Die erste „Peer-to-peer Carsharing“-Plattform in Deutschland

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Carsharing

Konrad ErzbergerHeute haben wir Konrad Erzberger bei uns. Konrad hat an der Bucerius Law School Jura studiert und vor Kurzem das erste Staatsexamen gemacht. Mit tamyca hat er eine der ersten “peer-to-peer carsharing” – Plattformen mitgegründet. Sein Blog findet ihr unter www.erzberger.me.

Konrad, Du hast vor einiger Zeit die Private-car-sharing plattform “tamyca” mitgegründet – was genau bietet die Plattform an?

Auf www.tamyca.com können Privatleute ihr Auto verleihen bzw. auf die Autos von Nachbarn zugreifen. Das Konzept wird als “peer-to-peer carsharing” bezeichnet und steht in Konkurrenz zur herkömmlichen B2C Autovermietung. Das ganze muss man sich als Marktplatz vorstellen und die Plattform stellt hier die Infrastruktur und bringt Angebot und Nachfrage zusammen, so dass ein Mehrwert für alle Beteiligten entsteht.

Wie kam es zu der Idee?

Meine Mitgründer und ich haben uns auf einem Seminar in Aachen kennengelernt und dort verschiedene Ideen besprochen und nach einigen Iterationen kam mit tamyca und peer-to-peer carsharing der disruptivste Ansatz heraus. Wir haben dann über Wochen und Monate von der abstrakten Idee ein tragfähiges Konzept entwickelt, insbesondere die Plattform entwickelt und für Versicherungsschutz für die Anbieter der Autos gesorgt.

Was ist Dein Hintergrund?

Ich habe an der Bucerius Law School Jura studiert. Anfang 2013 schloss ich mein 1. Staatsexamen mit Prädikat ab und schreibe gerade meine Dissertation im Gesellschafts-, Arbeits- und Europarecht. Grundsätzlich sehe ich mich aber als Unternehmer.

Mit wie viel Kapital seid ihr gestartet? / Habt ihr gebootstrappt?

Wir haben gebootstrappt und zusammengelegt für eine GmbH und dann einen größeren Betrag eingesammelt. Das heißt wir haben mit 25.000 Euro begonnen.

Wie lange hat es gedauert vom Start bis zum ersten Umsatz?

3-4 Monate hat das etwa gedauert. Wir wollten nicht zu früh aber auch nicht zu spät am Markt sein. Schließlich gelang es uns, der erste Player in Deutschland zu sein, was ein nicht zu unterschätzender Faktor in der weiteren Entwicklung des Unternehmens war (“First Mover Advantage”).

Was waren hilfreiche Tools für euren Start?

Wir haben viel mit Dropbox, Skype und – am besten – gemeinsamen Worksessions gearbeitet. Für das Monitoring haben wir dann eigene Tools entwickelt. Wir sind da eher pragmatisch vorgegangen: Was funktioniert wird beibehalten, was nicht, wir substituiert. Letztendlich sind die Tools weniger entscheidend, solange im Team Klarheit über deren Benutzung herrscht.

Was waren eure größten Marketing Learnings?

Ich war überrascht, wie leicht wir in deutsche “Leitmedien” wie Bild, FAZ, Zeit, Spiegel etc. kamen. Das Learning könnte man also beschreiben mit: Eine gute Idee, eine gute Story, ein gutes Team wird nachgefragt. Ansonsten ist Mundpropaganda das beste und insofern ist der Start in ein gutes Marketing nicht ohne ein gutes Produkt zu schaffen. Anders gesagt: je besser das Produkt, desto einfacher das Marketing.

Was würdest Du rückblickend anders machen / was war euer größtes Learning?

Insgesamt bin ich sehr zufrieden, aber natürlich hätte man das ein oder andere schneller / besser / kostengünstiger erledigen können. Ich glaube jedes Startup neigt dazu, Details überzubetonen oder falsche Schwerpunkte zu setzen. Man sollte immer hinterfragen, ob die Zeit auch effizient eingesetzt wird. Ich denke aber, das wir alles in allem sehr gut hinbekommen haben.

Wie hast Du Dich persönlich durch Deine Gründung weiterentwickelt?

Um einen Aspekt herauszugreifen: Mehr noch als im Studium bedarf es der Selbstmotivation, um erfolgreich ein Startup zu bauen. Da habe ich mich verbessert und profitiere davon heute noch. Man ist gezwungen, systematisch und Schritt für Schritt vorzugehen. Wenn man das nicht tut, geht man unter.

Welchen Rat kannst Du (jungen) Gründern mit auf den Weg geben?

Seid nicht naiv und arbeitet hart, strukturiert und habt Spaß bei dem was ihr tut.

Wie geht es weiter für Dich?

2013 schreibe ich meine Doktorarbeit und betreue ein paar kleinere Startups. Für 2014 gibt es verschiedene Optionen – mal sehen.

Was machst Du jetzt gerade, was sind aktuelle Projekte, die Du verfolgst?

Da ist zum einen ein schriller Badezusatz für Kinder (www.fluffywater.com) und ein Linkverkürzer für Akademiker (http://citesafe.org/), der Rest ist noch nicht spruchreif. Auf http://erzberger.me/ halte ich Interessierte auf dem Laufenden.

Bild: Tom Wolf | Photography

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