Was ist eigentlich „Home Staging“, Tatjana Saffier?

Was ist eigentlich „Home Staging“, Tatjana Saffier?

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Home Staging

7100_506764342711100_993146682_nHeute haben wir Tajana von WOHNGRAD – Home Staging Leipzig bei uns. Tatjana kommt ursprünglich aus Omsk in Russland und lebt seit 17 Jahren in Deutschland. Erfolgreich, wie Du hier lesen kannst. 

Tatjana, stelle Dich bitte kurz vor.

Mein Name ist Tatjana Saffier: gebürtige Sibirierin – überzeugte Leipzigerin. Mein Motto: Fühlen. Erkennen. Handeln.

Ich bin Gründerin und Geschäftsführerin von WOHNGRAD.

Erkläre uns in einem Satz, was Du machst.

Unser Motto „Mit Stil verändern. Mit Erfolg verkaufen.“ bezieht sich auf die ansprechende und aufwendige Aufbereitung von Immobilien zum Verkauf oder Vermietung – kurzum – Home Staging. (www.wohngrad.de)

Wie kam es zu der Idee?

Als gelernte Diplom-Betriebswirtin, Fachrichtung Immobilienwirtschaft, habe ich jahrelang mit dem Gut Immobilie zu tun gehabt. Indem ich in einem regionalen Maklerunternehmen die Vermietung im Wohn- und Gewerbebereich aufgebaut habe, eignete ich mir umfangreiche Kenntnisse des Wohnungsmarktes und der Maklertätigkeit an. Da mir reine Maklertätigkeit zu „trocken“ erschien, suchte ich nach kreativen und erfrischenden Ideen im Immobilienbereich und wurde im Jahre 2008 auf das Thema Home Staging aufmerksam. Die Entscheidung, mich ausschließlich dieser Dienstleistung zu widmen, war für mich folgerichtig. So vereine ich in einem Beruf alles, was ich kann und gern tue.

Was ist Dein Hintergrund?

Kurz nach dem Abitur reiste ich mit meiner Familie nach Deutschland aus. Hier musste ich erneut zwei Jahre die Schulbank drücken, um das deutsche Abitur zu machen, da der russische Abschluss nicht anerkannt wird. Später studierte ich an der Berufsakademie Leipzig Immobilienwirtschaft und machte anschließend am Institut für postgraduale Weiterbildung in Leipzig einen Projektmanagementlehrgang. Während dieser Zeit beschäftigte ich mich intensiv mit „meiner“ Idee und konnte sie im Rahmen dieses Studiums bereits in einigen Immobilienunternehmen vorstellen. So fing die Zeit der umfangreichen Recherchen, Kontaktanbahnungen mit bereits tätigen Home Stagern, Erfahrungsaustausch sowie der Reifeprozess zur Gründung einer Firma in diesem Bereich an.

Mit wie viel Kapital bist Du gestartet?

Die Gebühr für die Anmeldung dieses Gewerbes: 21,00 EUR und einen starken Glauben an diese Idee.

Die ersten „Verwandlungen“ einer Immobilie fanden im Familien- und Bekanntenumkreis statt. So wurden wichtige Erfahrungen und erste Referenzen gesammelt. Durch Empfehlungen aber vor allem auch die Selbstsuche ergaben sich Möglichkeiten, das Thema im Rahmen von Gastvorträgen vorzustellen und neue Kunden zu gewinnen. Aus laufenden Erlösen wurden die Arbeitsmittel beschafft, welche wiederum für die Auftragserfüllung zwingend nötig waren.

Wie lange hat es gedauert vom Start bis zum ersten Umsatz?

Den ersten Umsatz konnte ich bereits nach fünf Monaten verbuchen. Als ich meine erste Pressemitteilung veröffentlichte, meldete sich bereits am zweiten Tag eine große Immobilienfirma aus der Region. Von da an habe ich die Macht der Öffentlichkeitsarbeit nicht mehr unterschätzt.

Was waren hilfreiche Tools für Deinen Start?

Betriebswirtschaftliches Know-How, Internetaffinität, enge Kontakte zu Berufsgruppen aus dem Bereich: PR/Computer/Design/Marketing/Immobilienwirtschaft/RA/Versicherung, Organisation, Planung sowie die Teilnahme an Workshops und Veranstaltungen im Bereich Fotografie, Medien, Vermarktung.

Hattest Du nennenswerte PR oder Partnerschaften? Wie hast Du den Kontakt hergestellt?

Neue Partnerschaften entstanden durch direkte Kontaktanbahnung über Social Media, Besuche von immobilienspezifischen Veranstaltungen, Mundpropaganda. In erster Linie setzte ich das vorhandene Wissen ein, ergänzend durch Meinungsaustausch mit bereits erfolgreichen UnternehmerInnen.

Was würdest Du rückblickend anders machen? Was war Dein größtes Learning?

Grundausstattung des eigenen Profils gleich am Anfang machen lassen: Flyer, Visitenkarten, etc. um einen (ersten) optimalen Eindruck zu hinterlassen. Einen Plan haben, d.h. nicht mal dort und hier etwas machen, sondern gezielter vorgehen. Dadurch steigert sich die Effektivität sowie der Erfolg. Und das ist besonders in der ersten Zeit wichtig. Das Netzwerk von Anfang an aufbauen, dadurch kommen neue Ideen bezüglich der Vertriebswege, Kontakte, Tipps, etc.

Wie hast Dich persönlich durch Deine Gründung weiterentwickelt?

Ich bin selbstsicherer, gezielter in meiner Handlung; die Komplexität der Geschäftswelt ist für mich überschaubar, das eigene Tun bestimmter und zweifelsfreier geworden.

Ist dein Service regional begrenzt oder bietest Du Home Staging deutschlandweit an?

Home Staging lässt sich überall ansetzen. Ich arbeite z.B. im mitteldeutschen Raum und nehme viele Kilometer in Kauf. Da diese Dienstleistung relativ neu in Deutschland ist, ist es meiner Meinung nach ein Fehler, den Arbeitsfokus allein auf den Heimatort zu begrenzen. Gewohnt wird immer und überall. Dieses Thema bleibt aktuell.

Welchen Rat kannst Du (jungen) Gründern mit auf den Weg geben?

Wenn man überzeugt ist, das Richtige zu tun, soll man dies verwirklichen. Von Anfang an im Großen denken, aber klein anfangen. Kreativ, anders sein und immer wieder nach neuen Wegen suchen, die nicht nur das Geschäft sondern einen persönlich nach vorne bringen. Immer am Ball bleiben, sowohl in schlechten als auch in guten Zeiten. Und das größte Geschenk nicht verlieren – die Familie, denn sie ist dein Hafen, deine Kraftquelle und dein Glück.

Wie geht es weiter für Dich?

Ich möchte weiterhin zur Home Staging Aufklärung beitragen und diesen Service zum festen Bestandteil der Immobilienvermarktung im mitteldeutschen Raum werden lassen. Vor allem möchte ich den Namen WOHNGRAD in Verbindung mit Home Staging festigen und ein größeres Netzwerk von Partnern und Gleichgesinnten aufbauen.

Bild: Jeremy Levine Design

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