Meinplattenvertrag.de – Musik-Promotion für jedermann!

Meinplattenvertrag.de – Musik-Promotion für jedermann!

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meinplattenvertrag.de

Jonathan war beim letzten IdeaCamp dabei. Seitdem startet er mit meinplattenvertrag.de richtig durch. Wie es zu dem Erfolg kam, kannst Du in meinem Interview mit Jonathan lesen.

Hey Jonathan, schön, dass Du Dir Zeit genommen hast. Wie fühlt sich das an, was gerade mit meinplattenvertrag.de abgeht?

Hallo Ben! Vielen Dank, dass DU dir die Zeit nimmst! Es fühlt sich richtig toll an und macht mächtig Spaß!

Wie kam es zu der Idee?

Um die Idee zu verstehen muss man ganz kurz die Musikbranche beleuchten.

Wenn man als Band das “Glück” hat bei einer Plattenfirma zu landen, muss man für seinen Plattenvertrag bis zu 90% seiner Rechte für 3-5 Jahre abgeben. So bleiben Dir als Künstler also nur noch max. 10% deiner selbst geschaffenen Werte. Und die darfst du mit deinen Band-Kollegen auch noch teilen. Unterm Strich bleibt also für jeden Musiker 1-3%, je nachdem wie viele Mitglieder deine Band hat. Das ist irgendwie nicht fair und heute auch nicht mehr zeitgemäß.

Darüberhinaus entscheidet die Plattenfirma alleine darüber wie viel sie deine Band vermarktet. Du gibst also nicht nur wertvolle Rechte ab, sondern auch noch die volle Kontrolle über dein Projekt und defakto auch deine Musiker-Karriere.

Um den nächsten Gedanken zu verstehen muss man wissen, was eine Plattenfirma eigentlich den ganzen Tag so tut. Im Prinzip stellt sie sicher, dass 1. die Musik verfügbar ist (Vertrieb) und 2. sie organisiert Werbe-Promotionkampagnen damit Fans entstehen die die beworbene Musik kaufen.

Doch was tun, wenn man keinen Plattenvertrag bekommt?

Mit Hilfe des Internets entstanden zahlreiche gute Musikdienstleister wie z.B. Digitalvertriebe, bei denen man sich auch ohne Plattenvertrag Zugang über iTunes, Amazon und Co. zum Markt verschaffen kann. Man kann also Digitalvertriebe als wichtige “Komponente” nennen, die für einen den Vertrieb übernimmt.

Und weil diese Komponenten schon zahlreich vorhanden sind, wollte ich eine andere “Komponente” darstellen, die den Part der Werbung/Promotion übernimmt. Denn die fehlt bislang noch – oder ist unfassbar teuer. Konventionelle Promotionfirmen nehmen dafür 5.000-10.000€ zzgl. Druck-und Portokosten. Selbst wenn man das Ganze bezahlt kann man den Erfolg der Promotion nicht messen.  Hat die Post den Brief zugestellt? Hat der Empfänger die Post gelesen? Das alles lässt sich nicht messen. Das führt zu massiver Kundenunzufriedenheit, vor allem wenn medial nichts passiert. Dann sind 10.000 Euro weg und als Gegenwert steht nichts – außer die Belege von der Post und der dicken Rechnung für die Promoter.

Durch die digitale Promotion bei meinplattenvertrag.de sind solche Erfolgsmessungen jedoch möglich. Neben der Zustell-und Öffnungsrate können wir ganz genau belegen, welche Redaktionen bemustert wurden, wer die Mails geöffnet hat, wer sie gelesen hat und schlussendlich durch unser Monitoring auch wer, wo, wann darüber berichtet hat.Und das für 10x weniger Budget.

Was waren Deine ersten Steps bei der Umsetzung Deiner Idee?

  • Schritt Nr. 1: Idee & Service/Produkt entwickeln

Die schwerste und intensivste Arbeit lag im Konzept selbst. Also dem sich klar werden WAS/WIE/WARUM man etwas anbieten will und für WEN und was es demjenigen bringen soll. Mit dem herausarbeiten eines glasklaren Kundennutzens steht und fällt jede Idee. Beim Erarbeiten des Konzept war übrigens das Rooting-Framework des Idea Camps sehr hilfreich, weil man so Prozesse genau definieren konnte.

  •  Schritt Nr. 2: Infrastruktur schaffen

Das war dann sicherlich die Webseite selbst, auf der ich die Idee präsentieren sollte. Dabei war sicherlich die Bild- und Textwelt wichtig, um die Idee mit meiner Zielgruppe richtig kommunizieren zu können. Auf der Webseite habe ich auch das Bestellformular (Promotion-Tool) eingebaut inkl. Autoresponder, damit die Kunden direkt nach der Buchung anfangen können ihre Promotion zu bearbeiten.

Eine freundin von mir (eine ehemalige Fab Texterin) hat mir dabei sehr geholfen. Sie hat auch Schritt Nr. 3 begleitet: Den Pressetext.

  • Schritt Nr.3:  Raus aus der Komfort-Zone:

Ich habe eine Pressemitteilung verschickt und ein paar Google-Ads geschaltet. Prompt kamen die ersten (allgemeinen) Anfragen rein. Basierend auf den Rückfragen habe ich eine FAQ erstellt und diese meinem ebuero mitgeteilt. Wenn jetzt jemand bei mir anruft, weiß das ebuero zu den FAQ die Antworten und kann vorab beraten.

  • Schritt Nr.4: Markttest

Als zum ersten Mal eine Auftragsbestätigung im Postfach lag, dachte ich “Ja klar, echt jetzt?”. Es hatte tatsächlich jemand über das Formular einen Auftrag getätigt. Um den Auftrag zu erfüllen habe ich meine Software-“Komponente” gebucht und konnte diese 30-Tage Gratis nutzen. Der ganze Markttest hat so deutlich weniger als 1.000 Euro gekostet.

Was war der wichtigste Schritt, den Du gegangen bist oder der wichtigste Faktor für Deinen Erfolg?

Ich glaube das absolute Wichtigste war es, den Kundennutzen glasklar herauszuarbeiten. Das Ziel war nicht mir einen “Job” zu bauen mit dem ich Geld verdiene, sondern etwas zu bauen, was dem Kunden etwas bringt und was ihm Wert ist dafür zu zahlen.

Was hast Du gelernt im Prozess der Gründung?

Puh, einiges. Zum einen, dass es nicht darum gehen sollte sich selbst zu bereichern, sondern seiner Wunschzielgruppe einen Mehrwert zu bieten bei dem sie auch bereit ist einen fairen Preis dafür zu bezahlen. Wenn sich das auch noch multiplizieren oder skalieren lässt umso besser.

Zum Anderen auch, dass je weniger Gründer-Ego im Business selbst drin steckt, desto schneller kann man sich “ausm Staub” machen und das Tagesgeschäft delegieren. Wichtig war auch der Fokus auf ein einziges “Produkt”, ohne schnick schnack links oder rechts. Clean & Lean 😉

Was ist eigentlich Dein Hintergrund?

Nach meiner Logistikkaufmann-Ausbildung wurde ich mit 21 Jahren step by step “Berufsmusiker” und habe als Gitarrist in Tonstudios und auf Tour für andere Musiker gespielt bis ich selbst 2009 (mit 24 J.) angefangen hab Bands selbst zu produzieren und zu managen. 2011 kam ich für einen Produzenten-Job nach Berlin (The Voice of Germany), in der Stadt hat´s mir gut gefallen also bin ich geblieben.

Als Gründer fallen mir sehr viele Gemeinsamkeiten zur Musik auf, z.B. ist es irgendwie das Gleiche egal ob man eine Band gründet oder ein Unternehmen. So besteht eine Band eigentlich komplett aus “Komponenten”. Da käme auch keiner auf die Idee den Schlagzeuger plötzlich ans Klavier zu setzen. Als Gründer macht man sowas aber irgendwie trotzdem und wundert sich warum die Firma furchtbar “klingt”. Aktuell sitzt bei meinplattenvertrag.de jedoch jeder an seinem richtigen Platz und so schlecht klingt das Intro nicht!

Was waren hilfreiche Tools für Dich?

Die Webseite ist von Jimdo – einem ziemlich coolen und leistungsstarken Webseiten-Baukasten aus Hamburg. Die Jungs haben selbst nur zu dritt gegründet und sind mittlerweile glaube ich über 100 Mann stark und sogar in San Fransisco vertreten. Die Webseite kostete nur 60 Euro inkl. E-mail Adresse und Webspace etc. Es gibt sie auch gratis, aber dann ist ne Werbung mit drauf und die Domain gebrandet, das wollte ich nicht. Ein weiteres Tool ist Jotform, einem kostenlosem Formular-Builder mit dem ich das “Promotion-Tool” erstellt hab. Google-Adwords war natürlich auch hilfreich und meine Pressesoftware. Für den Newsletter benutze ich zur Zeit Mailchimp in der Gratisversion. Die ganze technische Struktur hat also erstmal nur 60 Euro gekostet.

Was kannst Du anderen angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Hm, vielleicht dass das Gründungsmotiv das Richtige sein sollte. Oft habe ich den Eindruck, dass potentielle Gründer einfach nur keine Lust mehr haben im “langweiligen Job” zu arbeiten oder gegen “das System” rebellieren wollen. Das ist zwar schon alles irgendwie richtig, aber das interessiert die potentiellen Kunden nicht. Im Gegenteil, wenn die merken, dass ihr Geld nur deinem neuen Lifesytle dienen soll, hauen sie ab.

Die Wünsche/Bedürfnisse der Zielkunden und deren Nutzen an deinem Produkt/Service sollten im absoluten Mittelpunkt stehen. Weniger “Gequatsche” und mehr Action hilft auch.

Wie geht es weiter bei Dir und was erhoffst Du Dir für die Zukunft?

Derzeit stehe ich mit einigen potentiellen Management-Teams im Gespräch, die gerne meinplattenvertrag.de im Tagesgeschäft weiter betreiben wollen. Es ware schön, wenn diese es dann schaffen meine Idee weiter zu entwickeln und “Groß” zu machen, damit wir so vielen Künstlern wie möglich dabei helfen können sich zu etablieren.

Und dann würde ich gerne das nächste Projekt starten – ein paar Ideen dazu gibt es bereits. Vielleicht finden sich unter den Lesern ja ein paar interessierte Co-Gründer/innen =)

Vielen Dank, Ben!

 

3 KOMMENTARE

  1. Sein Konzept hat Jonathan wohl extrem durchdacht und erfindet damit einen (seinen) Teil der Musikbranche neu, indem er Barrieren für die Musiker einreißt. Damit stehen seine Erfolgsschancen sehr gut. Und das wünsche ich ihm auch!

    Das mit dem Raushalten des Gründer-Egos (als Gallionsfigur) aus dem Konzept kann ich bei ihm als Serien-Entrepreneur (was er zu sein scheint) auch nachvollziehen. — Super Interview, Ben!

    Lutz

    • Hallo Ben,
      super Interview! Eine Marktanalyse ist auf jeden Fall von Vorteil :)
      Was bringt die beste Idee ohne Absatz oder der falschen Zielgruppe!
      Ich bin sehr viel unterwegs und nutze auch ein virtuelles Büro von http://www.youroffice.at. Somit bin „ich“ immer erreichbar, aber bei dem vielen hier und da, hat sich das für mich bewährt!
      Wie oben erwähnt, finde ich es oft schwierig, dass Gründer sich selbstständig machen, weil der normale Job langweilig oder zu aufwendig ist, viele vergessen, wieviel Mehraufwand Selbstständigkeit bedeutet.
      Rita

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