So funktioniert No Budget Marketing

So funktioniert No Budget Marketing

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no budget marketing

Die Grundprinzipien des No Budget Marketing

Vor etwa zwei Monaten saß ich wieder einmal mit zwei Freunden zusammen, um eine Veranstaltung von uns zu planen. Konkret ging es dabei um einen 100 Kilometer Marsch von Berlin bis fast an die polnische Grenze.  Da es bereits das zweite Mal war, dass das Event stattfand, hatten wir schon einige Parameter fix:

  • Wir hatten eine Strecke
  • Wir wussten wie und wo wir die Streckenposten positionieren würden
  • Wir fühlten uns souverän, da wir das Event schon einmal veranstaltet hatten

Ein kleines Problem gab es allerding: 

Bis zu diesem Moment hatten wir noch kaum Teilnehmer. Noch dazu ist das Event nicht auf Profite ausgelegt, sondern es trägt sich selbst, sodass es kein Budget für Marketing gab.

No Budget Marketing bei Deiner Unternehmensgründung

Wir standen also vor einem typischen Problem, welchem Personen bei einer Unternehmensgründung entgegentreten. Wir brauchten schnell große und effektive Aufmerksamkeit, ohne dafür Geld auszugeben.

Drei Wochen später, hatten wir bereits drei Mal so viele Anmeldungen, wie bei unserem ersten Event (60 Teilnehmer). Das ist sicherlich noch immer nicht viel, aber wenn man den Zeitaufwand hinzuzieht, waren wir mit Sicherheit sehr effektiv.

Wie nun gehen wir aber in solch einer Situation vor? Welche Grundprinzipien gelten beim No Budget Marketing? Wen spreche ich an, um meine Reichweite zu erhöhen?

In diesem Beitrag soll es vor allem um das Feld der Multiplikatoren gehen. Also etwa: Wie spreche ich Blogger und Journalisten an, damit die über mich schreiben? Großes Potenzial haben zudem Partnerschaften.

Die Vorbereitung

Um möglichst viel Aufmerksamkeit in möglichst kurzer Zeit zu erreichen, bin ich auf die Mithilfe und Netzwerke von Anderen angewiesen. Das heißt ich muss andere davon überzeugen mich bei meinem Vorhaben zu unterstützen.

Freunde teilen möglicherweise noch meinen Post bei Facebook und leiten ihn an andere Personen weiter, um mir einen Gefallen zu tun. Andere Personen, besonders Blogger, Journalisten und Personen mit einem großen Netzwerk werden ständig angesprochen und um Hilfe gebeten.

Deshalb sind diese Personen sehr selektiv geworden und helfen Dir nur, wenn Du ihnen einen gewissen Mehrwert anbietest.

Was aber kannst Du solch einer Person beim Start Deines Unternehmens bieten?

Um das zu beantworten, musst Du zunächst einmal Deine eigenen Hausaufgaben machen. Du musst genau wissen, was das besondere an Deiner Idee und Deinem Produkt ist.

  • Wie hebt sich Dein Produkt von allen anderen Produkten ab?

Anschließend solltest Du Dir Gedanken darüber machen, welche spannende Geschichte Du um Deine Idee oder Dein Produkt spinnen kannst.

  • Warum sollte jemand von Deiner Idee erzählen oder schreiben?
  • Warum warten Leute wie verrückt auf Deine Geschichte?
  • Warum reiben sich Journalisten die Hände, wenn sie Deine Geschichte in die Hände bekommen?

Bei der Beantwortung dieser Fragen musst Du mit Sicherheit sehr kreativ sein und es gibt nicht immer eine sehr naheliegende Antwort dafür. Wenn Du Dir hier allerdings nicht die Zeit nimmst, kannst Du den Versuch von No Budget Marketing direkt aufgeben.

Erst wenn Du diese Fragen beantwortet hast, bist Du bereit für den nächsten Schritt: Die Ansprache von Multiplikatoren.

Bei uns mit dem Mammutmarsch haben wir je nach Medium verschiedene Geschichten gehabt. Bei Männermagazinen ging es um den Hardcore-Lauf mit Blasen, Müdigkeit und blutenden Hintern. Bei spirituellen Blogs um den Weg zu sich Selbst, um sich besser kennen zu lernen etc. Je nach Adressat kannst Du hier auch verschiedene Themenfelder abdecken.

Die Multiplikatoren

Zunächst einmal solltest Du Dir Gedanken machen, für wen Deine Themen interessant sind.

  • Wer hat schon über ähnliche Dinge berichtet? Wer hat die Leserschaft, die ich erreichen will?

Auf diesen Fragen basierend erstelle ich mir dann eine Liste, mit hoffentlich 50 Namen, dem Medium für das er/sie schreibt und Kontaktdaten. Je größter die Reichweite des Mediums, desto besser natürlich für mich, je näher das Thema des Mediums an meiner Idee dran ist, desto besser ist es und wenn es einen Artikel direkt über das Produkt gibt, ist das natürlich auch besser, als wenn der Artikel das Produkt nur anschneidet.

Wenn ich diese Liste habe, kann ich nun konkret die Blogger/Journalisten etc. ansprechen.

Die Grundprinzipien

Wenn ich nun eine Person anschreibe überlege ich mir nicht etwa zunächst was ich von dieser Person haben möchte, sondern erst einmal muss ich mir überlegen, was ich der Person geben kann. Denn nur wenn die Person das, was ich ihr anbiete, wirklich haben möchte, ist sie auch bereit etwas zurückzugeben.

Konkret als Beispiel heißt das, dass keine Journalist jemals auf die Idee kommen würde einen Artikel über Dein Produkt zu schreiben, nur weil Du ihn darum bittest. Wenn Du ihm allerdings eine hervorragende Geschichte anbietest, die er gerne mit seinen Lesern teilen möchte, stört es ihn nicht, dass es gleichzeitig Werbung für Dich ist.

Bei einem Journalisten ist es immer die Story, die überzeugen muss. Was ist also Dein Neuigkeitswert? Warum wollen seine Leser das wissen? Was hat er davon, diesen Artikel zu verfassen.

Wenn Du diese Fragen überzeugend beantwortet hast, dann hast Du eine gute Chance, dass der Journalist die Geschichte bringt.

Blogger sind da meiner Erfahrung nach „einfacher rumzukriegen“:

Auch hier musst Du Dir natürlich Gedanken machen, was Du einem Blogger anbieten kannst. Als Einstieg bietet sich hier oftmals das Angebot eines hochwertigen (!) Gastbeitrages an.

Das hat den Vorteil, das der Wert sehr einfach für den Blogbetreiber greifbar ist. Wenn Du einen Beitrag für den Blog schreibst, muss der Blogbetreiber weniger schreiben und es erscheinen trotzdem genug hochwertige Beiträge.

Hierbei kommt es natürlich darauf an ein Thema zu finden, was zum Blog passt und wo Du gleichzeitig Dein Produkt problemlos unterbringen kannst.

Beim Mammutmarsch habe ich zum Beispiel einmal für eine Seite geschrieben, auf der es um Willensstärke und seine Effekte ging. Dort habe ich dann dazu geschrieben, welche Phasen der Selbstüberwindung man bei einem 100 Kilometer Marsch durchlebt und wie es einem körperlich und seelisch dabei geht.

Zusätzlich gibt es auf jedem Blog noch eine Autorenbox mit Backlinks zu Deinen Seiten. Die Personen, die Deinen Beitrag mochten, können sich dort informieren, was Du sonst noch machst und zu Deinen Seiten gelangen.

Optimalerweise bringst Du jedoch schon in Deinem Artikel Backlinks zu Deiner Seite unter.

Die Kontaktaufnahme

Sowohl bei Bloggern als auf bei Journalisten hast Du wenn es gut läuft fünf Sätze, um ihnen zu kommunizieren, warum sie Deine Mail weiterlesen sollten. Wenn Du das nicht hinbekommst, löschen sie Deine Mail in der Regel innerhalb von Sekunden und all die Arbeit war umsonst.

Wie also solltest Du die beiden Gruppen kontaktieren?

  • Blogger

Blogger sind meiner Erfahrung nach sehr viel empfänglicher für Anfragen. Hier genügt es in der Regel, einfach eine Mail an den Betreiber der Seite zu schreiben. Wichtig hierbei: Erkundige Dich genau über die Inhalte des Blogs und spreche den Betreiber möglichst mit einem „Du“ an.

  • Journalisten

Bei Journalisten ist die Kontaktaufnahme häufig ein wenig komplizierter. Ein Freund von mir, der selbst Journalist ist, empfahl mir Journalisten direkt anzurufen. Da man ihre Telefonnummern in der Regel nicht einfach im Internet findet, kann man einfach in der Redaktion anrufen und sich durchstellen lassen.

Alternativ kann man auch hier eine Mail schreiben. Die Struktur der Mail kann in beiden Fällen sehr ähnlich aussehen.

  1. Direkte Ansprache mit Name
  2. Optimalerweise Berufen auf einen gemeinsamen Bekannten – leider ist das nicht immer möglich
  3. Lob (z.B. ich finde Deinen letzten Artikel zum Thema (ähnliches Thema) super, Dein Blog ist sehr inspirierend und ich lese Deine Artikel sehr gerne oder Ähnliches) – wichtig: Sei authentisch und informiere Dich wirklich!
  4. Was konkret hast Du ihm zu bieten? (Welches spannende Thema für einen Journalisten? Welcher Gastbeitrag?)
  5. Wer bist Du? – Hier gerne ein bisschen Credibility erzeugen. Was hast Du schon gemacht etc. Diesen Teil aber extrem kurz halten.
  6. „Ich freue mich Dir/Ihnen bei Interesse mehr Informationen zu schicken!“

Blogger duze ich hierbei in aller Regel, Journalisten sieze ich.

Wenn Du diese Regeln befolgst, kommt es vor allem auf Deine Geschichte an. Wenn diese gut genug ist, solltest Du gute Chancen haben, dass Menschen auf Deine Story anspringen.

Wenn die Geschichte gut genug ist, schenkst Du Deinem gegenüber etwas umsonst. Warum also sollte er das ablehnen?

Und denk daran, dass alle von Dir kontaktierten Personen in der Regel sehr beschäftigt sind. Sollten sie also nicht sofort antworten, gibt nicht auf, sondern schreibe sie noch einmal an.

Deine Geschichte ist es Wert gelesen zu werden. Halte Dir das vor Augen und trete mit diesem Selbstvertrauen an Leute heran.

Wenn Du oben alles richtig machst, hast Du so hoffentlich bald Aufmerksamkeit ohne Ende.

Viel Erfolg dabei!

Hast Du No Budget Marketing-Techniken, die für Dich super funktionieren? Wie gehst Du in der Regel vor?

familymwr

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