Startup Clinics – kostenlose rechtliche Hilfe für Gründer! (Teil 3)

Startup Clinics – kostenlose rechtliche Hilfe für Gründer! (Teil 3)

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Wir sind nun in unserem dritten und vorerst letzten Teil der rechtlichen Tipps für Gründer angekommen. In einem ersten Teil haben euch Daniel und Max schon eine kleine Einführung geliefert, in dem zweiten Teil haben sie dann sogar eine Checkliste geliefert, welche rechtlichen Themen ihr bei der Gründung beachten solltet. In dem heutigen Beitrag stellen euch Daniel und Max eine kostenlose Möglichkeit vor, rechtliche und auch andere Beratung im Gründungsprozess zu bekommen. Auf geht´s, Jungs!

Die Startup Clinics – kostenlose Nachhilfe für Gründer und Startups in den Bereichen Recht, Finanzen und Management

Die Herausforderungen, denen sich Gründer eines Startups gegenüber stehen, sind zahlreich und – mitunter – überraschend. Oft fehlt es an spezifischem Know-How, um ihre Bedeutung für den späteren Erfolg der Unternehmung richtig einzuschätzen. Zudem wirken die Kosten professioneller Beratung oft abschreckend. „Ist das Problem wirklich so schlimm, dass ich es jetzt sofort lösen muss? Was ist, wenn sich herausstellt, dass ich gar keine Beratung brauche?“

Das sind Fragen, die vielen Gründern durch den Kopf gehen und oftmals dazu führen, dass professionelle Beratung aufgeschoben wird. Doch wenn ein Problem erst einmal offensichtlich wird, ist es oft zu spät. Hier setzt ein Forschungsprogramm des Berliner Alexander-von-Humboldt-Instituts für Internet und Gesellschaft (kurz: HIIG) an. Seit kurzem bietet das HIIG in Zusammenarbeit mit Google for Entrepreneurs und der Factory einen neuartigen Service für Gründer an: Die Startup Clinics.

Ein wichtiger Hinweis vorweg: Das Programm der Startup Clinics ist kostenlos. Die Auswahl der Teams, die eine solche kostenlose Beratung erhalten, erfolgt auf Basis einer Bewerbung.  

a)      Was sind Startup Clinics?

Startup Clinics bieten Gründern die Möglichkeit, eine konkrete Herausforderung beim Aufbau ihres Startups zu lösen, indem sie die Entwicklung ihrer Geschäftsmodelle unter rechtlichen, finanziellen, personellen sowie technischen Aspekten analysieren und Zugang zu einem internationalen Netzwerk mit Mentoren, Beratern, Gründern, Investoren und Experten zur Verfügung stellen. Auf Basis eines Surveys und einer Problembeschreibung können die Clinics – in aller Regel – einen Ansprechpartner vermitteln, der über relevante Erfahrung und Expertise verfügt und möglicherweise selbst in einer vergleichbaren Situation gewesen ist. Mit dem Angebot richten sich die Clinics an Unternehmer in allen Phasen des Unternehmensaufbaus – von der Konzeptionsphase bis zur Wachstumsphase – und helfen so, die Bedeutung aktueller Herausforderungen einzuschätzen und eventuell erforderliche Maßnahmen zu ergreifen.

b)      Wieso Startup Clinics?

Die Clinics sind Teil des Forschungsprojektes „Internet Entrepreneurship“ des HIIG über fördernde und hindernde Faktoren internet-basierten Unternehmertums. Zur Durchführung des Forschungsprojekts ist das HIIG auf einen Diskurs mit Startup-Unternehmen angewiesen, um an wissenschaftlich auswertbare Informationen und Daten zu gelangen.

Dieser Diskurs erfolgt in den Startup Clinics. Das HIIG beabsichtigt, die in den Clinics erlangten Daten und Informationen im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie in anonymisierter Weise auszuwerten. Die Wissenschaftler der Forschungsgruppe sind selbst Gründer oder ehemalige Manager mit dem Interesse, ihre eigenen Erfahrungen theoretisch zu überprüfen und so zur wissenschaftlichen Forschung beizutragen.

Um die praktische Relevanz der Forschungsarbeit zu gewährleisten, hat das HIIG zudem Partnerschaften mit Google for Entrepreneurs sowie der Factory geschlossen, dem mit 16.000 qm wohl größtem Startup-Campus in Berlin. Das gemeinsame Ziel ist, nicht nur wissenschaftliche Erkenntnisse über die Gründerszene zu gewinnen, sondern diese gleichzeitig mit ihrer Forschung konkret zu unterstützen.

c)       Wie funktionieren Startup Clinics?

Der erste Schritt ist eine Registrierung unter www.startup-clinics.com. Auf Basis der dort gemachten Angaben werden die Bewerber zu einer ersten Clinic-Session eingeladen, die von einem Mitglied der Forschungsgruppe – typischerweise einem Doktoranden – geleitet wird. Im Rahmen dieser Session wird die Problematik erfasst und auf Basis der Angaben eine grobe Einschätzung des Startups hinsichtlich seiner Entwicklungsphase abgegeben.

Diese Einschätzung ist wichtige Voraussetzung dafür, den passenden Ansprechpartner in dem Netzwerk der Clinics für das jeweilige Startup zu identifizieren. Das Netzwerk besteht aus Experten zu Themen wie Marketing, Recht, Personal, Finanzierung, Produkt, Technologie etc. Es handelt sich typischerweise um andere Gründer, erfahrene Manager, Investoren oder auch Berater wie z.B. Rechtsanwälte und Steuerberater. Alle Partner des Projektes wie das HIIG, Google und die Factory tragen zum Netzwerk bei, indem sie Zugang zu einigen der besten Experten ihres jeweiligen Fachgebiets verschaffen.

d)      Was bietet die Law Clinic genau?

In der Law-Clinic werden die rechtlichen Aspekte des Geschäftsmodells des teilnehmenden Startups analysiert. Die Mitglieder des Forscherteams werden die jeweilige Frage mit dem Startup in Hinsicht auf etwaig bestehende rechtliche Risiken und mögliche nächste Handlungsschritte untersuchen. Vertragsmuster etwa zu Gesellschaftsgründungsverträgen, Datenschutzerklärungen und Allgemeinen Geschäftsbedingungen (kurz: AGB) helfen, etwaige nächste Schritte wie die Gründung einer UG oder auch nur das rechtlich einwandfreie Einrichten einer Unternehmenswebseite zu veranschaulichen. Eine rechtliche Prüfung im Einzelfall ist das noch nicht.

Kommen die wissenschaftlichen Mitarbeiter gemeinsam mit dem Startup zu dem Ergebnis, dass etwa die Vertragsmuster an die individuellen Bedürfnisse des Startups angepasst bzw. dessen Geschäftsmodell einer urheber- oder datenschutzrechtlichen Detailprüfung  unterzogen werden muss, wird ein  Kontakt zu einem auf das jeweilige Fachgebiet spezialisierten Experten – meist ein Rechtsanwalt oder Steuerberater – vermittelt. Von diesem wird das Problem dann im Detail geprüft. Die Startup Clinics haben also die Funktion, den Einstieg in eine ernsthafte Auseinandersetzung mit möglichen Rechtsproblemen, vor denen viele Startups aufgrund der befürchteten Kosten und eines nur vage vorhandenen Problembewusstsein zurückschrecken, entscheidend zu erleichtern. So können viele später – möglicherweise – auftretende Probleme im Vorfeld erkannt und vermieden werden.

Die Nutzung der Startup Clinics ist übrigens kostenfrei. Gegenleistung ist allein die Teilnahme an der wissenschaftlichen Studie durch die in der Clinic erhobenen Daten. Diese werden ausschließlich für wissenschaftliche Zwecke verwendet und streng vertraulich behandelt.

Weiterführende Links: Einen Bericht live aus den Startup Clinics gibt es hier auf dem Blog des HIIG. Zudem gibt es hier erste Stimmen von Teilnehmern und weitere Infos zum Angebot der Startup Clinics.

Ich möchte mich an dieser Stelle sehr herzlich bei Daniel Nagel von BRP und Max von Grafenstein von der Law Clinic bedanken! Bei Fragen benutzt bitte einfach die Kommentar-Funktion, dann können euch Max und Daniel dort direkt antworten!

Daniel und Max

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Katja ist Unternehmerin und digitaler Nomade. Sie ist Co-Founder und Geschäftsführerin des Idea Camps und Gründerin von Sunny Office. Mit Sunny Office organisiert sie Coworking Events in Südeuropa für Freiberufler und Unternehmer, sowie produktive Team Events für Firmen. Idea Camp hat schon weit über 500 Startups und Gründer bei der erfolgreichen Umsetzung ihrer Geschäftsideen begleitet. Begonnen hat für Katja alles mit einem BWL-Studium und in der Beratung eines Konzerns. Nach 5 Jahren im großen Unternehmen entschied sie sich zu kündigen und sich komplett selbständig zu machen, um ortsunabhängig an Projekten, die mit ihren persönlichen Zielen im Einklang stehen, arbeiten zu können. Ihr Ziel ist es mit Idea Camp vielen Tausend Menschen dabei zu helfen sich erfolgreich selbständig zu machen und mit Sunny Office eine flexible, kreative und auf Sinn basierende Arbeitskultur zu fördern. Sie liebt das Meer, Sprachen, Reisen, Sport und läuft seit ein paar Jahren regelmäßig halbe oder ganze Marathons.

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